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Kommunikationsformen

 

Sprachbarrieren im Internet


Im Internet trifft man auf so manch sonderliche Sprachkonstrukte. Wer zum ersten Mal einen Chat betritt oder in gewissen Foren unterwegs ist, wird sicherlich denken, dass er auf einen Bund von Hackern gestoßen ist, der sich einer bizarren, codierten Geheimsprache bedient. Im Internet kursieren etliche Redewendungen und aberwitzige Kürzel, die oft aus dem Englischen entlehnt sind. Wer die entsprechenden Begrifflichkeiten nicht kennt, wird schnell nur noch Bahnhof verstehen, sodass er unter Umständen geneigt wäre, hinzuzufügen: „wtf!“, wenn er nur wüsste, was dies bedeutet.


Um Verständnis für die sprachlichen Gebräuche in Chaträumen und anderen Kommunikationsbereichen des Internets zu entwickeln, kann man am besten vor Ort nachfragen. Hilfsbereite Chatter und E-Slang Spezialisten werden sofort hilfsbereit zur Seite stehen, auf dass man nicht min Unverständnis beschlagen bleibt. Man findet über Google sogar Nachschlagewerke, die die einzelnen Begriffe des Cyberslang gebührend erklären.


Vielleicht ist es etwas hochgegriffen, von wirklichen Begriffen zu sprechen. Meist handelt es sich in der Tat um Kürzel, die bestimmte Phrasen und Redewendungen abkürzen. Das bereits erwähnte “wtf“ steht zum Beispiel für die englische Redewendung: “What the f***?“, was soviel heißt wie: “Was zum Geier?“ Ebenfalls sehr gebräuchlich (in Chatrooms) ist das Kürzel “afk“, was bedeutet: “Away from keyboard“. Damit teilt man den anderen Leuten im Chatroom mit, dass man vorübergehend anderweitig beschäftigt ist und mal kurz weg von der Tastatur und somit vom Geschehen des Chatroom bleibt.


Die meisten Kürzel mögen sich zwar auf englische Phrasen beziehen, allerdings haben sich auch schon ein paar Kürzel durchgesetzt, die dem Deutschen entlehnt sind. So wird derjenige, der bislang “afk“ war, seine Rückkehr mit einem “wd“ verkünden. Das steht schlicht und ergreifend für “wieder da“. Man wird denjenigen mit einem herzhaften “wb“ begrüßen. Das bedeutet dann “wellcome back“ (willkommen zurück), womit wir wieder beim Englischen wären.


Dass so viele Kürzel auf das Englische zurückgehen, begründet sich vor allem dadurch, dass Englisch die dominante Sprache im Web ist. Über 50 % aller Internetseiten werden in englischer Sprache dargestellt. Schließlich kommt das Internet aus den USA. Allerdings erhalten auch andere Sprachen zunehmend Einzug ins World Wide Web. Auf platz zwei, nach der englischen Sprache, liegt übrigens Deutsch. Knapp 8 % aller Internetseiten sind in Deutsch verfasst.


Eine weitverbreitete Sorge stellt die Fehlerhaftigkeit der Sprache im Internet dar. Allerdings muss man dies nicht in jeder Hinsicht so verbissen sehen. Gerade in Chatrooms, wo eine nahezu Echtzeit Kommunikation vorliegt, drücken sich viele Beteiligte schriftlich so aus, wie sie es auch verbal tun würden. Sprachlicher Ausdruck, wie bewusst übertriebene Rhetorik oder spielerischer Einsatz von Dialekt, wird dann gezielt schriftlich dargestellt. Aus “bitte, bitte“ wird dann beispielsweise die kindlich flehende Version “büdde, büdde“. Ebenfalls verbreitet sind sogenannte Inflektive. Diese besagen das, was der oder die Schreibende nun tun würde, wenn die Kommunikation nicht auf rein schriftlichem Wege stattfinden würde. Das können Floskeln wie *Knuddel* oder *Knuff* sein (ziemlich kitschig, ich weiß). Sie werden stets mit einem Sternchen * kenntlich gemacht.


Ob und inwiefern das Internet den schriftlichen Ausdruck hin zur Fehlerhaftigkeit verleitet, ist ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Einerseits ist es nicht zu leugnen, dass man im Netz immer wieder auf Individuen trifft, die von Interpunktion, Grammatik und Groß- und Kleinschreibung allenfalls vage Vorstellungen haben. Andererseits muss man aber auch den Einwand gelten lassen, inwiefern sich diese Menschen überhaupt tätig mit Schrift auseinandersetzen würden, wenn sie nicht ab und zu mal im Internet mailen oder chatten würden ....